Donnerstag, 13. Dezember 2012

oder tun wir dem Herrn Unrecht, ist er Künstler, Musiker, Dichter, ist er Verleger, Galerist, und unheimlich empfindlich, plagen ihn schreckliche Visionen, Visionen des Untergangs, des Zusammenbruchs, sieht er das Ende, und muss er seinen Priesterkopf in den Händen halten, damit er nicht zerspringt, mär muäs immer uhfpassä, als ich von der bewunderungswürdigen Menge seiner täglichen Lektüre sprach, versicherte er, im Durchschnitt wenigstens einen Oktavband täglich zu lesen, Vibhishana, das Hängen dauert jeweils ziemlich lange und ist offenbar beschwerlich, denn nach der fünften Person hat der Henker genug,
Argenntiniä, er erklärt, für heute sei es fertig, mehr als fünf Personen könne er nicht hängen, da ruft man von unten, es würden noch weitere fünfzehn Personen warten, die alle auch gehängt werden müssten, Der stille Gott der Zeit und nur der Liebe Gesetz, vielleicht träumt er von einer lebendigeren, wärmeren Welt, mit wunderbaren Liebesgeschichten, einer Welt in der diejenigen, die von Liebesgeschichten träumen, nicht lächerliche Dummköpfe sind, Camille Claudel, so habe er kürzlich einen ganzen Band absurder Krummacherscher Predigten durchgelesen, ja einen Aufsatz darüber zusammenzubringen versucht, den er dem p. Röhr mitteilen wolle,

non multi nobiles, mir graut es vor meinen Gedichten und eigentlich vor aller Kunst, sie passt nicht zu mir, war ein unbegreifliches Zwischenspiel, Das schönausgleichende gilt von hier an bis zum Himmel,

Montag, 10. Dezember 2012

austreten, überall austreten, auch aus der Militärkommission, gerade auch aus der Militärkommission, austreten, austreten und nochmals austreten, weg, nur fort, alles wie einen Traum wegscheuchen, wie einen komischen Traum, La vie conjugale, Tourismus, denken wir, ist eine Art Pornographie, man will der Welt möglichst viel abtrotzen, überall eindringen, in die hintersten Winkel und Ecken, und man will das Schönste sehen, das Beste essen, geniessen, unverschämt, schamlos,

Samstag, 8. Dezember 2012

Freitag, 7. Dezember 2012

das Kaninchen bespringt und bespringt, man kann fahren und fliegen, wohin man will, man wird immer dem Wahnsinn begegnen, auch in den Museen, denken wir, begegnen wir dem Wahnsinn, freilich gedämpfter, es ist reduzierter Wahnsinn, durch höchste Kunst gemilderter Wahnsinn, I had a funny call today, wir werden die Nachtwache bald wieder sehen, denken wir, aber interessiert sie uns denn überhaupt, wird sie uns nicht ganz langweilig erscheinen,
werden wir nicht eher die Besucherinnen betrachten, werden wir nicht vor der Nachtwache an die Oude Kerk denken und an die Lazerten in den Fenstern und Kabinen, die ungeduldig auf uns warten und uns freundlich winken werden, wenn sie uns sehen, the shady trees cover him with their shadow, mir freilich werde seine Geduld dabei verwunderlich erscheinen, weil ich diese Predigten nur in Beziehung auf mich beurteile, aber ihm sei daran gelegen, so ein tolles Individuum zu lernen und zu ergründen, wie es sich zu unserer Zeit und unserer Bildung verhalte und sich darin habe gestalten können, wämer nid uhfpasst,